Zusatzbedingungen / Besondere Leistungsbedingungen der regfish GmbH

13 Abschnitteca. 17 Min. Lesezeit
Inhalt

Stand: Juni 2026

Präambel und Geltung

(1) Diese Zusatzbedingungen / Besonderen Leistungsbedingungen (nachfolgend „Zusatzbedingungen") konkretisieren und ergänzen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der regfish GmbH (nachfolgend „regfish"; abrufbar unter regfish.de/legal/terms) für die einzelnen von regfish angebotenen Leistungen. Anbieterin und Vertragspartnerin ist die regfish GmbH, Bleichstraße 8a, 35390 Gießen, Deutschland (Geschäftsführer: Carsten Müller und Andreas Mallek; Handelsregister Amtsgericht Gießen, HRB 6589). (2) Soweit für eine Leistung in diesen Zusatzbedingungen besondere Pflichten und Bedingungen geregelt sind, die über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen hinausgehen, gelten diese ergänzend. Im Übrigen bleiben die Allgemeinen Geschäftsbedingungen unberührt. (3) Es gilt die folgende Rangfolge der Vertragsdokumente, soweit sie im Einzelfall einbezogen sind; bei Widersprüchen geht das jeweils höherrangige Dokument vor: individuelle Abrede; für den Datenschutz der Auftragsverarbeitungsvertrag (regfish.de/legal/dpa); Zusatzbedingungen / Leistungsbeschreibung (dieses Dokument); Service-Level-Agreement (regfish.de/legal/sla); Allgemeine Geschäftsbedingungen (regfish.de/legal/terms); Nutzungsrichtlinie (regfish.de/legal/acceptable-use). (4) Diese Zusatzbedingungen richten sich an Kundinnen und Kunden (nachfolgend einheitlich „Kunde"). Verbraucher ist jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu Zwecken abschließt, die überwiegend weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können (§ 13 BGB); Unternehmer ist, wer in Ausübung seiner gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt (§ 14 BGB). Klauseln, die ausdrücklich nur gegenüber Unternehmern gelten, sind als solche gekennzeichnet; gegenüber Verbrauchern bleiben die gesetzlichen Rechte unberührt. (5) Preise ergeben sich aus der jeweils gültigen Preisliste bzw. der Produktdarstellung im Bestellvorgang auf regfish.de. Diese Zusatzbedingungen enthalten keine Preisangaben. (6) Sämtliche Leistungen unterliegen der Nutzungsrichtlinie (Acceptable Use Policy, regfish.de/legal/acceptable-use). Verfügbarkeitszusagen gelten nur, soweit ein Service-Level-Agreement (regfish.de/legal/sla) ausdrücklich vereinbart oder gebucht ist. Einzelheiten zur Verarbeitung personenbezogener Daten ergeben sich aus der Datenschutzerklärung (regfish.de/legal/privacy).

Abschnitt A: Domains (Registrierung, Transfer, Verlängerung)

§ A1 Leistungsbeschreibung und Rolle von regfish

(1) regfish vermittelt und verwaltet die Registrierung, den Transfer und die Verlängerung von Domains unter verschiedenen Top-Level-Domains (TLDs). regfish tritt dabei als Vermittlerin und Verwalterin im Wege der Geschäftsbesorgung auf. Der eigentliche Domainvertrag und das Nutzungsrecht an der Domain bestehen je nach TLD unmittelbar oder mittelbar gegenüber der zuständigen Vergabestelle (nachfolgend „Registry"), etwa der DENIC eG für „.de", der EURid für „.eu", der nic.at für „.at" oder der Nominet für „.uk". (2) Der Kunde wird gegenüber der zuständigen Registry Domaininhaber bzw. materiell Berechtigter. Eine Domain ist kein Eigentum, sondern ein vertragliches Nutzungsrecht gegenüber der Registry. (3) regfish schuldet die sorgfältige Bemühung um die Registrierung, den Transfer oder die Verlängerung der gewünschten Domain, jedoch keinen Registrierungs- oder Zuteilungserfolg. Domains werden nach dem Grundsatz „first come, first served" und nach den Vorgaben der jeweiligen Registry vergeben. Ein Anspruch auf Zuteilung einer bestimmten Domain besteht nicht; Verfügbarkeitsanzeigen sind bis zur Bestätigung durch die Registry unverbindlich. Die Registrierung kann insbesondere wegen fehlender Verfügbarkeit, entgegenstehender Registry-Entscheidung, eines Dispute- oder Streitbeilegungsverfahrens oder aus rechtlichen Gründen scheitern.

§ A2 Einbeziehung der Registry-Bedingungen und Domainrichtlinien

(1) Für die jeweilige Domain gelten zusätzlich die jeweils aktuellen Bedingungen, Richtlinien und Vergaberegeln der zuständigen Registry, insbesondere die DENIC-Domainbedingungen und DENIC-Domainrichtlinien, die EURid-Registrierungsbedingungen und die EURid Registration Policy (einschließlich der Verordnung (EU) 2019/517), die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Registrierungsrichtlinien der nic.at sowie die Terms and Conditions of Domain Name Registration der Nominet. (2) Für generische TLDs gelten ergänzend die Vorgaben der ICANN, insbesondere das Registrar Accreditation Agreement (RAA) in der jeweils gültigen Fassung, die Registration Data Policy, die Transfer Policy sowie die Streitbeilegungsregeln (UDRP/URS). (3) Die maßgeblichen Registry- und ICANN-Bedingungen werden dem Kunden vor Vertragsschluss zugänglich gemacht; sie sind über die jeweilige Registry sowie über regfish abrufbar. Der Kunde erkennt diese Bedingungen mit der Bestellung der jeweiligen Domain an. Soweit zwingende Registry- oder ICANN-Vorgaben mit diesen Zusatzbedingungen in Widerspruch stehen und regfish sie nicht beeinflussen kann, gehen die Registry- bzw. ICANN-Vorgaben vor.

§ A3 Pflichtangaben, Datenrichtigkeit und Verifizierung

(1) Der Kunde stellt für die Domainregistrierung und -verwaltung vollständige, richtige und aktuelle Inhaber- und Kontaktdaten bereit. Bei juristischen Personen sind insbesondere die verbindliche Rechtsform sowie eine telefonische Kontaktmöglichkeit anzugeben. Änderungen der Daten teilt der Kunde unverzüglich mit und hält sie aktuell. (2) Aufgrund gesetzlicher Vorgaben (insbesondere der nationalen Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2555 (NIS2) für „.de"-Domains) führen Registries Basisprüfungen und Verifizierungen der Inhaber- und Kontaktdaten bei Domaintransaktionen durch, etwa bei Neuregistrierung, Datenänderung und Inhaberwechsel. Der Kunde wirkt an Verifizierungs- und Validierungsanfragen der Registry fristgerecht mit und reicht angeforderte Nachweise rechtzeitig ein. regfish ist berechtigt, solche Anfragen an den Kunden weiterzureichen. (3) Wirkt der Kunde an einer Verifizierung nicht oder nicht fristgerecht mit, kann die Registry die betroffene Domain in Quarantäne setzen oder löschen. regfish hat dies nicht zu vertreten und ist für hieraus entstehende Folgen nicht verantwortlich, soweit regfish die Anfrage ordnungsgemäß weitergeleitet hat.

§ A4 Veröffentlichung von Inhaberdaten (RDAP/Whois)

(1) Zur Domainregistrierung erforderliche personenbezogene Daten und Organisationsdaten werden an die zuständige Registry übermittelt. Registries veröffentlichen einen Teil der Registrierungsdaten über das Registration Data Access Protocol (RDAP) bzw., soweit noch betrieben, über Whois. (2) Bei „.de"-Domains werden aufgrund der NIS2-Umsetzung Inhaberdaten juristischer Personen (insbesondere Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer) über RDAP öffentlich angezeigt; Daten natürlicher Personen bleiben demgegenüber geschützt und werden nicht öffentlich angezeigt. Bei anderen TLDs richtet sich Umfang und Art der Veröffentlichung nach den Vorgaben der jeweiligen Registry und der ICANN. Einzelheiten der Datenverarbeitung regelt die Datenschutzerklärung (regfish.de/legal/privacy).

§ A5 AuthInfo, Transfer und Transfer-Lock

(1) Zur Übernahme einer Domain durch einen anderen Provider („Outbound-Transfer") stellt regfish dem berechtigten Inhaber den erforderlichen AuthInfo/AuthCode bereit und verzögert dessen Herausgabe nicht unbillig. Gegenüber Verbrauchern wird der Outbound-Transfer nicht von der Begleichung offener Forderungen abhängig gemacht; ein Zurückbehaltungsrecht an AuthInfo/AuthCode besteht insoweit nicht. Nur gegenüber Unternehmern kann die Herausgabe vom Ausgleich fälliger, unbestrittener oder rechtskräftig festgestellter Entgelte aus demselben Vertragsverhältnis abhängig gemacht werden. (2) Zum Schutz vor unbefugtem Transfer kann eine Transfersperre (Transfer-Lock/ClientTransferProhibited) gesetzt werden; regfish hebt diese auf Wunsch des berechtigten Inhabers auf. Registry-seitige Sperrfristen sind zu beachten, insbesondere die bei vielen generischen TLDs geltende 60-Tage-Sperre nach Registrierung oder Inhaberwechsel sowie bei „.eu" die zeitlich begrenzte Gültigkeit des AuthCode. (3) Bei der Übernahme einer Domain zu regfish („Inbound-Transfer") bemüht sich regfish um zügige Einleitung. Der Erfolg hängt von einem korrekten AuthInfo, etwaigen Registry-Sperren, laufenden Dispute- oder Streitbeilegungsverfahren sowie der erforderlichen Datenverifizierung ab.

§ A6 Inhaberwechsel und Trade

(1) Der Wechsel des Domaininhabers (Inhaberwechsel/Trade) ist ein gesonderter Vorgang, der je nach TLD eigene Bestätigungs- und Verifizierungsschritte erfordert. Bei generischen TLDs kann der Inhaberwechsel eine 60-Tage-Transfersperre auslösen. (2) Der Kunde stellt sicher, dass alle für einen Inhaberwechsel erforderlichen Daten und Bestätigungen vorliegen, und wirkt an der Datenverifizierung mit.

§ A7 Laufzeit, Verlängerung, Löschung, Transit und Redemption

(1) Domains werden für die von der Registry vorgegebene Bezugsperiode registriert. Diese technische Bezugsperiode ist von der Laufzeit eines etwaigen Rahmen- oder Dauerschuldverhältnisses zu unterscheiden. (2) Soweit vereinbart, verlängert sich die Domain automatisch um die jeweilige Bezugsperiode zum jeweils gültigen Preis, sofern nicht rechtzeitig vor Ablauf gekündigt wird. Kündigungs- und Löschfristen sind TLD-abhängig. Gegenüber Verbrauchern gelten die gesetzlichen Vorgaben zu Laufzeit und stillschweigender Verlängerung (§ 309 Nr. 9 BGB); Verbraucher können entgeltliche Dauerverträge über die hierfür vorgesehene Schaltfläche kündigen (§ 312k BGB). (3) Bei Vertragsende oder Nichtzahlung kann die Domain gelöscht werden oder, bei „.de", in die Direktverwaltung der DENIC (TRANSIT) übergehen; der Inhaber muss dann innerhalb der im TRANSIT-Schreiben genannten Frist einen Providerwechsel oder die Löschung veranlassen, andernfalls wird die Domain gelöscht. (4) Nach Löschung besteht bei vielen TLDs (etwa „.de") eine Schutzfrist (Redemption Grace Period, regelmäßig 30 Tage), in der nur der bisherige Inhaber oder ein von ihm Beauftragter die Domain zurückholen kann. Eine Wiederherstellung kann gesonderte Kosten und die Mitwirkung des Kunden erfordern; ein Erfolg der Rückholung wird nicht zugesichert.

§ A8 Dispute und Streitbeilegung

(1) regfish setzt verbindliche Entscheidungen aus Dispute-Verfahren der Registry (etwa DENIC-Dispute), aus Streitbeilegungsverfahren (UDRP, URS, ADR) sowie aus Gerichts- oder Behördenanordnungen um (insbesondere Sperre, Übertragung oder Löschung der Domain). (2) Während eines laufenden Dispute-, Streitbeilegungs-, Gerichts- oder Behördenverfahrens kann der Transfer einer Domain gesperrt sein. Ein DENIC-Dispute-Eintrag lässt die Domain nutzbar, schließt jedoch ihre Übertragung aus.

§ A9 Verantwortung für Namens- und Kennzeichenrechte; Freistellung

(1) Der Kunde trägt allein die Verantwortung dafür, dass die Wahl und die Nutzung der Domain keine Rechte Dritter verletzen, insbesondere keine Namens-, Marken-, Kennzeichen- oder Wettbewerbsrechte. regfish prüft die rechtliche Zulässigkeit gewählter Domains nicht. (2) Der Kunde stellt regfish von Ansprüchen Dritter frei, die wegen einer von ihm zu vertretenden rechtswidrigen Wahl oder Nutzung einer Domain oder rechtswidriger Inhalte gegen regfish geltend gemacht werden, einschließlich der erforderlichen und angemessenen Kosten der Rechtsverteidigung. Gegenüber Verbrauchern gilt dies nur, soweit der Verbraucher die Inanspruchnahme zu vertreten hat. regfish unterrichtet den Kunden unverzüglich über eine solche Inanspruchnahme und gibt ihm Gelegenheit zur Rechtsverteidigung.

§ A10 Premium- und Sonderpreis-Domains

(1) Bestimmte Domains werden von der Registry als Premium- oder Sonderpreis-Domains geführt und unterliegen abweichenden, gegenüber Standarddomains erhöhten Entgelten. Diese erhöhten Entgelte können auch bei der Verlängerung anfallen und sich gegenüber der Erstregistrierung ändern. (2) Der jeweils im Bestellvorgang ausgewiesene Preis gilt für die angegebene Bezugsperiode. Preisänderungen der Registry sowie etwaige ICANN-Transaktionsgebühren werden weitergegeben.

Abschnitt B: DNS-Dienste

§ B1 Leistungsbeschreibung

(1) regfish bietet DNS-bezogene Dienste an, insbesondere DNS-Hosting (autoritative Nameserver), DNSSEC (Signierung von Zonen), DynDNS (dynamische Aktualisierung von DNS-Einträgen), Hidden Primary (verdeckter primärer Nameserver) sowie DNS-Automation über die regfish-API (siehe Abschnitt G). (2) Der konkrete Leistungsumfang ergibt sich aus der jeweiligen Produktdarstellung im Bestellvorgang.

§ B2 Verfügbarkeit

(1) Eine bestimmte Verfügbarkeit der DNS-Dienste wird nur zugesichert, soweit ein Service-Level-Agreement (regfish.de/legal/sla) ausdrücklich vereinbart oder gebucht ist. Ohne ein solches gilt die übliche, nach dem Stand der Technik angemessene Bereitstellung.

§ B3 Verantwortung des Kunden für Zoneninhalte

(1) Der Kunde ist für die Richtigkeit, Rechtmäßigkeit und Pflege der von ihm verwalteten DNS-Zonen und Einträge verantwortlich, einschließlich der korrekten Konfiguration von DNSSEC und der Verweise auf Zielsysteme. Fehlkonfigurationen des Kunden gehen nicht zulasten von regfish. (2) Die Nutzung der DNS-Dienste unterliegt der Nutzungsrichtlinie (regfish.de/legal/acceptable-use). Missbrauch, insbesondere die Nutzung für rechtswidrige Zwecke, Angriffe oder Verstöße gegen die Nutzungsrichtlinie, ist untersagt; Missbrauchsmeldungen sind an abuse@regfish.de zu richten.

Abschnitt C: TLS-/SSL- und sonstige Zertifikate

§ C1 Leistungsbeschreibung und Rolle von regfish

(1) regfish vermittelt und verwaltet digitale Zertifikate öffentlich vertrauenswürdiger Zertifizierungsstellen (Certificate Authorities, nachfolgend „CA"), insbesondere von DigiCert, Sectigo, GeoTrust, Thawte und RapidSSL. Angeboten werden je nach Produkt domainvalidierte (DV), organisationsvalidierte (OV) und erweitert validierte (EV) TLS-/SSL-Zertifikate, Wildcard- und SAN-/Multi-Domain-Zertifikate, S/MIME-Zertifikate sowie Code-Signing-Zertifikate. (2) regfish ist selbst keine CA und kein qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 910/2014 (eIDAS). regfish reicht Anträge und Validierungsdaten an die ausstellende CA weiter und verwaltet den Lebenszyklus der Zertifikate.

§ C2 Einbeziehung der CA-Bedingungen und Vorrang

(1) Für das jeweilige Zertifikat gelten zusätzlich die Bedingungen der ausstellenden CA, insbesondere deren Subscriber Agreement sowie deren Certificate Policy / Certification Practice Statement (CP/CPS). regfish weist vor Vertragsschluss auf diese Bedingungen hin; der Kunde akzeptiert sie mit der Bestellung. (2) Verbindlich sind ferner die Vorgaben des CA/Browser Forum (insbesondere die TLS Baseline Requirements, die S/MIME Baseline Requirements und die Code Signing Baseline Requirements) in der jeweils geltenden Fassung. Diese Vorgaben kann regfish nicht abbedingen; sie gelten dem Kunden gegenüber kraft Einbeziehung der CA-Bedingungen. Im Konfliktfall gehen die zwingenden CA- und CA/Browser-Forum-Vorgaben diesen Zusatzbedingungen vor, soweit regfish sie nicht beeinflussen kann.

§ C3 Validierung und Mitwirkung (Pflicht des Kunden)

(1) Der Kunde gewährleistet, dass alle für die DV-, OV-, EV- bzw. S/MIME-Validierung übermittelten Angaben richtig, vollständig und aktuell sind und dass er zur Nutzung der betroffenen Domain sowie zur Bindung der angegebenen Organisation berechtigt ist. (2) Der Kunde wirkt an der Domain-, Organisations- und Identitätsvalidierung unverzüglich mit, etwa durch Setzen eines DNS-Eintrags, durch Datei-Upload, durch Bestätigungs-E-Mail oder durch Vorlage geeigneter Nachweise. (3) Die Ausstellung sowie die maximale Laufzeit und die zulässige Wiederverwendung validierter Daten richten sich nach den jeweils geltenden Vorgaben des CA/Browser Forum. Diese Vorgaben ändern sich; insbesondere werden die maximalen Zertifikatslaufzeiten ab 2026 stufenweise verkürzt. regfish schuldet keine über die jeweils geltenden Vorgaben hinausgehende Laufzeit. Aus den verkürzten Laufzeiten kann eine häufigere Re-Validierung und Neuausstellung erforderlich werden; die Automatisierung über die regfish-API (Abschnitt G) wird empfohlen.

§ C4 Certificate Transparency und Öffentlichkeit (Hinweis)

(1) Der Kunde nimmt zur Kenntnis, dass öffentlich vertrauenswürdige TLS-Zertifikate in öffentliche Certificate-Transparency-Protokolle (CT-Logs) eingetragen werden. Die im Zertifikat enthaltenen Domainnamen sowie bei OV- und EV-Zertifikaten der Organisationsname werden dadurch dauerhaft und unwiderruflich öffentlich einsehbar. Eine Löschung aus den CT-Logs ist technisch nicht möglich. (2) Der Kunde berücksichtigt dies bei der Auswahl der zu zertifizierenden Namen, insbesondere bei internen Hostnamen und Subdomains sowie bei der Wahl zwischen Wildcard- und SAN-Zertifikaten.

§ C5 Schlüsselsicherung und Code-Signing (Pflicht des Kunden)

(1) Der Kunde ist allein für die sichere Erzeugung und Aufbewahrung seiner privaten Schlüssel verantwortlich. (2) Bei Code-Signing-Zertifikaten erfolgen die Schlüsselerzeugung und -speicherung zwingend auf zertifizierter Hardware (Hardware-Sicherheitsmodul oder Token) nach Maßgabe der jeweils geltenden Code Signing Baseline Requirements des CA/Browser Forum. Eine software- oder browserbasierte Schlüsselverwahrung ist ausgeschlossen. Die Verantwortung für die hardwaregestützte Schlüsselsicherung trägt der Kunde.

§ C6 Sperrung und Sicherheitsmeldung (Pflicht des Kunden)

(1) Der Kunde teilt regfish bzw. der CA unverzüglich mit, wenn ein privater Schlüssel kompromittiert wurde oder dies zu besorgen ist, wenn Zertifikatsangaben unrichtig werden oder ein Missbrauch vorliegt; er stellt die Nutzung des betroffenen Zertifikats sofort ein. regfish stellt organisatorisch sicher, dass solche Meldungen unverzüglich an die CA weitergereicht werden. (2) Der Kunde nimmt zur Kenntnis, dass die CA Zertifikate nach den Vorgaben des CA/Browser Forum sperren muss, insbesondere binnen 24 Stunden bei Schlüsselkompromittierung, Missbrauch oder Fehlausstellung sowie binnen fünf Tagen bei unrichtigen Angaben oder Regelverstößen. Eine solche Sperrung kann jederzeit und ohne Erstattung erfolgen, soweit der Sperrgrund in der Sphäre des Kunden liegt oder zwingend ist. Beruht eine Sperrung auf einem von regfish zu vertretenden Umstand, bleiben etwaige Erstattungs- oder Ersatzansprüche unberührt. Eine Neuausstellung oder ein Schlüsselwechsel (Re-Key) erfolgt nach Maßgabe der CA.

§ C7 Datenweitergabe an die CA

(1) Zur Ausstellung und Verwaltung der Zertifikate übermittelt regfish die erforderlichen Antrags- und Validierungsdaten an die ausstellende CA und deren Validierungsstellen. Diese sind datenschutzrechtlich insoweit eigenständig Verantwortliche und keine Auftragsverarbeiter von regfish. Einzelheiten, einschließlich etwaiger Übermittlungen in Drittländer und der hierfür vorgesehenen Garantien, regelt die Datenschutzerklärung (regfish.de/legal/privacy).

§ C8 Kein Widerruf nach Ausstellung; Haftung

(1) Mit der ausdrücklich verlangten Ausstellung des Zertifikats wird die Vermittlungs- und Bereitstellungsleistung vollständig erbracht. Bei Verbrauchern erlischt ein etwaiges Widerrufsrecht mit der vollständigen Erbringung der Dienstleistung, nachdem der Verbraucher dem Beginn der Ausführung vor Ablauf der Widerrufsfrist ausdrücklich zugestimmt und seine Kenntnis vom Erlöschen des Widerrufsrechts bestätigt hat (siehe Widerrufsbelehrung, regfish.de/legal/withdrawal). Nach Ausstellung ist ein Widerruf nicht mehr möglich. (2) Für die der CA obliegenden Leistungen, insbesondere die Validierungsentscheidung, die Ausstellung, die Sperrung und den Betrieb der CT-Infrastruktur, haftet regfish nur im Rahmen eigener Pflichtverletzungen; im Übrigen gelten die Haftungs- und Vertrauensregelungen (Reliance) der CA. Die Haftungsregelungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (regfish.de/legal/terms) bleiben unberührt.

Abschnitt D: E-Mail-Dienste

§ D1 Leistungsbeschreibung

(1) regfish bietet E-Mail-Dienste an, insbesondere E-Mail-Postfächer und E-Mail-Weiterleitungen. Der konkrete Leistungsumfang, einschließlich etwaiger Speichergrenzen und Versandgrenzen, ergibt sich aus der jeweiligen Produktdarstellung im Bestellvorgang.

§ D2 Anti-Spam und Mailpolicy

(1) Die Nutzung der E-Mail-Dienste unterliegt der Nutzungsrichtlinie (regfish.de/legal/acceptable-use). Der Versand unverlangter Massen-E-Mails (Spam), die Nutzung für rechtswidrige Zwecke sowie Verstöße gegen geltende Anti-Spam- und Mailrichtlinien sind untersagt. regfish ist berechtigt, im Rahmen der Nutzungsrichtlinie und der gesetzlichen Vorgaben Maßnahmen gegen Missbrauch zu ergreifen.

§ D3 Speichergrenzen und Verfügbarkeit

(1) Speicher- und sonstige Ressourcengrenzen ergeben sich aus der jeweiligen Produktdarstellung. Eine bestimmte Verfügbarkeit der E-Mail-Dienste wird nur zugesichert, soweit ein Service-Level-Agreement (regfish.de/legal/sla) ausdrücklich vereinbart oder gebucht ist. (2) Der Kunde ist für eine seinem Risiko angemessene Sicherung seiner E-Mail-Daten mitverantwortlich. Die Haftungsregelungen für Datenverlust nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (regfish.de/legal/terms) bleiben unberührt.

Abschnitt E: Webhosting / WordPress-Hosting

§ E1 Leistungsbeschreibung

(1) regfish bietet Webhosting und WordPress-Hosting an. Der konkrete Leistungsumfang, insbesondere Speicherplatz, Rechenressourcen und sonstige Ressourcengrenzen, ergibt sich aus der jeweiligen Produktdarstellung im Bestellvorgang.

§ E2 Ressourcen und Fair Use

(1) Die zur Verfügung gestellten Ressourcen sind im Rahmen einer angemessenen Nutzung (Fair Use) zu verwenden. Eine die vereinbarten Grenzen oder die übliche Nutzung erheblich übersteigende Beanspruchung kann nach Maßgabe der Produktdarstellung und der Nutzungsrichtlinie (regfish.de/legal/acceptable-use) zu einer Anpassung oder Beschränkung der Leistung führen.

§ E3 Sicherheit, Updates und Verantwortung des Kunden

(1) Der Kunde ist für die von ihm eingesetzten Anwendungen, Inhalte und Konfigurationen verantwortlich, insbesondere für die Aktualität und Sicherheit der von ihm installierten Software (etwa WordPress-Kern, Themes und Plugins), soweit deren Pflege nicht ausdrücklich von einem gebuchten verwalteten Leistungspaket umfasst ist. Sicherheitslücken in kundenseitig verwalteter Software gehen nicht zulasten von regfish. (2) Verbotene und rechtswidrige Inhalte sowie missbräuchliche Nutzung richten sich nach der Nutzungsrichtlinie (regfish.de/legal/acceptable-use).

§ E4 Backups und Datensicherung

(1) Soweit regfish Sicherungen (Backups) bereitstellt, ergeben sich Umfang und Häufigkeit aus der jeweiligen Produktdarstellung. Unabhängig davon trifft den Kunden die Obliegenheit, seine Daten regelmäßig und dem jeweiligen Risiko angemessen eigenständig zu sichern. Die Haftungsregelungen für Datenverlust nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (regfish.de/legal/terms) bleiben unberührt.

§ E5 Verfügbarkeit

(1) Eine bestimmte Verfügbarkeit des Webhostings wird nur zugesichert, soweit ein Service-Level-Agreement (regfish.de/legal/sla) ausdrücklich vereinbart oder gebucht ist.

Abschnitt F: Web-Weiterleitung

§ F1 Leistungsbeschreibung

(1) regfish bietet die Einrichtung von HTTP-Weiterleitungen (Web-Weiterleitungen) an, mit denen Aufrufe einer Domain auf ein vom Kunden bestimmtes Ziel weitergeleitet werden.

§ F2 Verantwortung für Zielinhalte

(1) Der Kunde ist allein für das von ihm festgelegte Weiterleitungsziel und die dort verfügbaren Inhalte verantwortlich. Er stellt sicher, dass die Weiterleitung und die Zielinhalte keine Rechte Dritter und keine gesetzlichen Vorgaben verletzen. Die Nutzungsrichtlinie (regfish.de/legal/acceptable-use) gilt entsprechend. (2) Die Web-Weiterleitung wird als Best-Effort-Dienst ohne gesonderte Verfügbarkeitszusage erbracht, sofern nicht ein Service-Level-Agreement (regfish.de/legal/sla) ausdrücklich vereinbart oder gebucht ist.

Abschnitt G: Öffentliche API

§ G1 Leistungsbeschreibung

(1) regfish stellt eine öffentliche Programmierschnittstelle (API) zur Automatisierung von DNS- und TLS-bezogenen Vorgängen bereit. Der Funktionsumfang ergibt sich aus der jeweils aktuellen technischen Dokumentation.

§ G2 Nutzung, Rate-Limits und Schlüsselsicherheit (Pflicht des Kunden)

(1) Die Nutzung der API unterliegt der jeweiligen technischen Dokumentation, diesen Zusatzbedingungen und der Nutzungsrichtlinie (regfish.de/legal/acceptable-use). regfish ist berechtigt, zur Sicherung des Betriebs angemessene Nutzungsgrenzen (Rate-Limits) festzulegen und durchzusetzen. (2) Der Kunde behandelt seine API-Schlüssel und Zugangsdaten vertraulich, sichert sie gegen unbefugten Zugriff und teilt einen Verlust oder Missbrauch unverzüglich mit. Für Handlungen, die über seine Zugangsdaten erfolgen, ist der Kunde verantwortlich, soweit er den Missbrauch zu vertreten hat.

§ G3 Missbrauch und Verfügbarkeit

(1) Eine missbräuchliche Nutzung der API, insbesondere die Umgehung von Nutzungsgrenzen, automatisierte Angriffe oder Verstöße gegen die Nutzungsrichtlinie, ist untersagt. regfish ist berechtigt, bei Missbrauch den Zugang einzuschränken oder zu sperren. (2) Für die API wird keine bestimmte Verfügbarkeit zugesichert, sofern nicht ein Service-Level-Agreement (regfish.de/legal/sla) ausdrücklich vereinbart oder gebucht ist.

Abschnitt H: Reseller

§ H1 Weitergabe an Dritte

(1) Der Kunde ist berechtigt, von regfish bezogene Leistungen entgeltlich an Dritte (Endkunden) weiterzugeben (Reseller). Der Kunde bleibt gegenüber regfish alleiniger Vertragspartner und schuldet die vereinbarten Entgelte unabhängig von seinen Verträgen mit Endkunden.

§ H2 Eigenverantwortliche Endkundenverträge und Informationspflichten

(1) Der Kunde schließt mit seinen Endkunden eigenverantwortlich im eigenen Namen und auf eigene Rechnung Verträge ab. Er ist für die Einhaltung der gegenüber seinen Endkunden bestehenden gesetzlichen Pflichten allein verantwortlich, insbesondere für Informations-, Verbraucherschutz-, Widerrufs- und Datenschutzpflichten sowie für die wirksame Einbeziehung der maßgeblichen Registry-, ICANN- und CA-Bedingungen. (2) Der Kunde ist verantwortlich für die Vollständigkeit und Richtigkeit der für seine Endkunden bereitgestellten Daten und für deren Mitwirkung, insbesondere bei der Datenverifizierung (Abschnitt A § A3) und der Zertifikatsvalidierung (Abschnitt C § C3).

§ H3 Freistellung

(1) Der Kunde stellt regfish von Ansprüchen Dritter, insbesondere seiner Endkunden, frei, die auf einer von ihm zu vertretenden Verletzung seiner Pflichten aus dem Reseller-Verhältnis beruhen, einschließlich der erforderlichen und angemessenen Kosten der Rechtsverteidigung. Soweit der Kunde Verbraucher ist, gilt dies nur, soweit er die Inanspruchnahme zu vertreten hat. regfish unterrichtet den Kunden unverzüglich über eine solche Inanspruchnahme und gibt ihm Gelegenheit zur Rechtsverteidigung.

Abschnitt I: Optionale weitere Leistungen

§ I1 Server- und Colocation-Dienste (soweit angeboten)

(1) Soweit regfish im Einzelfall Server- oder Colocation-Dienste anbietet, gelten hierfür ergänzend die jeweils gesondert vereinbarten Leistungsbeschreibungen und Bedingungen. Solche Dienste sind nicht Bestandteil des regulären Leistungsangebots im Online-Shop.

Schlussbestimmungen

(1) Diese Zusatzbedingungen ergänzen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (regfish.de/legal/terms). Im Übrigen gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, das Service-Level-Agreement (regfish.de/legal/sla), die Nutzungsrichtlinie (regfish.de/legal/acceptable-use), die Widerrufsbelehrung (regfish.de/legal/withdrawal), die Datenschutzerklärung (regfish.de/legal/privacy) sowie der Auftragsverarbeitungsvertrag (regfish.de/legal/dpa) in ihrer jeweils gültigen Fassung. (2) Sollten einzelne Bestimmungen dieser Zusatzbedingungen unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt; an die Stelle unwirksamer Bestimmungen treten die gesetzlichen Regelungen. regfish GmbH, Bleichstraße 8a, 35390 Gießen, support@regfish.de, Telefon 0641 / 49 888 530

Stand: Juni 2026